Das Ident-System

Die Umwelt schonen und dabei Geld sparen

Die Leerung zählt.

Bildquelle: Harald Heinritz / abfallbild.de

«Wenn ich Müll schon konsequent vermeide und trenne, soll sich das auch in meinem Geldbeutel bemerkbar machen».

Dieser häufig geäußerten Forderung sind wir 2010 mit der Einführung des Ident-Systems nachgekommen. Mit dem Ident-System werden die Leerungen der Restabfall- und Biotonne elektronisch gezählt. Diese fließen dann in die Berechnung der Abfallgebühr mit ein. Damit orientiert sich die Abfallgebühr wesentlich stärker als bisher am Prinzip der Verursachergerechtigkeit. Wer die Tonnen seltener zur Abfuhr bereitstellt, profitiert von einer geringeren Gebühr. Wer die Tonnen häufiger leeren lässt, zahlt etwas mehr. Eine Müllverwiegung findet mit dem Ident-System nicht statt.

Der kleine elektronische Helfer

Transponder im Kamm einer Mülltonne

Bildquelle: Harald Heinritz / abfallbild.de

Die Zählung der Leerungen übernimmt ein elektronischer Chip, der sogenannte Transponder. Alle Rest- und Bioabfallbehälter sind damit ausgerüstet. Der Transponder hat die Form eines Kunststoffpucks und ist etwa so groß wie eine 2-Euro-Münze. Er sitzt fest verankert im oberen Rand des Abfallbehälters, dem so genannten Schüttkamm. Der Chip besitzt eine  Codenummer, mit der die Mülltonne eindeutig identifiziert und einem Grundstück zugeordnet werden kann.

Der Transponder erfüllt alle Vorschriften des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bezüglich Datenschutz, Datenintegrität, Arbeitsschutz, elektromagnetischer Verträglichkeit sowie funktechnischer Anforderungen.

Das Ident-System in der Praxis

Das Ident-System kommt bei der Abfuhr der Restabfall- und Biotonne zum Einsatz. Die Papiertonne bleibt außen vor. Wir unterscheiden zwischen Inklusiv- und Zusatzleerungen.

  • Inklusivleerungen: Um weiterhin eine ordnungsgemäße Abfallentsorgung zu gewährleisten, sind ein Teil der Leerungen vorgegeben. Diese nennen wir Inklusivleerungen.
  • Zusatzleerungen: Über die weiteren Leerungen bestimmen Sie selbst. Stelle ich die Tonne heute heraus oder kann das noch warten? Diese nennen wir Zusatzleerungen.


RestabfalltonneBiotonne
Abfuhrrhythmus14-tägig14-tägig, in den Sommer-
monaten wöchentlich
Gesamtzahl der Abfuhren pro Jahr*2638
Vorgegebene Inklusivleerungen pro Jahr1218
Mögliche Zusatzleerungen pro Jahr1420

 * Hier dargestellt ist der Regelfall.

 

Wie sich die Abfallgebühr in Zusammenspiel mit dem Ident-System dann berechnet, erläutern wir ausführlich hier.

Häufige Fragen zum Ident-System

Wie funktioniert das Ident-System genau?

Bildquelle: MOBA AG


  1. Der mit Transponder ausgerüstete Rest- oder Bioabfallbehälter wird zur Abfuhr bereitgestellt.
  2. Das Müllfahrzeug kommt. Es ist mit Antennen und einem Empfänger (Transponder-Lesegerät) ausgerüstet. Der Abfallbehälter wird in die Schüttung des Fahrzeugs eingehängt. Während der Behälter geleert wird, «liest» die an der Schüttung angebrachte Antenne die im Transponder gespeicherte Codenummer. Die Leerung des Abfallbehälters mit dieser Codenummer wird damit erfasst und eindeutig dem Grundstück zugeordnet. Die Lesereichweite zwischen Antenne und Transponder ist gering (20 cm). Damit ist technisch sichergestellt, dass eine Registrierung der Leerung ausschließlich beim Kippvorgang des Behälters an der Schüttung des Müllfahrzeugs erfolgen kann.
  3. Die eindeutig zugeordnete Leerung wird zusammen mit Datum und Uhrzeit im Bordcomputer des Müllfahrzeugs gespeichert.
  4. Am Ende der Sammeltour werden alle gespeicherten Daten an das Landrats­amt übermittelt.
  5. Dort werden alle Leerungen der Rest- und Bioabfallbehälter mit Hilfe einer modernen Software gesammelt und verwaltet; getrennt nach Behälternummern und jeweils eindeutig einem Anwesen zugeordnet.
  6. Für die Erstellung des Gebührenbescheids werden die Leerungen jedes einzelnen Abfallbehälters addiert und zur Gebührenberechnung herangezogen. Die Leerungszahlen, die Auskunft über die tatsächlich in Anspruch genommenen Abfuhren geben, werden auf dem Gebührenbescheid ausgewiesen.

Welche Daten sind auf dem Transponderchip gespeichert?

In der heutigen Zeit eine berechtigte Frage. Auf dem Chip in unseren Mülltonnen ist lediglich ein weltweit einmaliger Zahlencode gespeichert, der eine eindeutige Identifizierung der Tonne ermöglicht. Weitere Daten werden auf dem Transponder also nicht abgelegt. Unser Transponder arbeitet damit genauso wie beispielsweise der Chip, der Hunden zu Registrierungszwecken implantiert wird.

Im Übrigen erfüllt der Transponder alle Vorschriften des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bezüglich Datenschutz, Datenintegrität, Arbeitsschutz, elektromagnetischer Verträglichkeit sowie funktechnischer Anforderungen. Darüber hinaus hat der Bayerische Datenschutzbeauftragte unser System unter die Lupe genommen und dabei keine Mängel festgestellt.

Woher weiß der Müllwerker, dass meine Mülltonne geleert werden soll?

Der Müllwerker muss zweifelsfrei und auf den ersten Blick erkennen können, ob eine Leerung gewünscht ist.

Steht die Tonne am Abfuhrtag am normalen Bereitstellungsplatz, wird sie ohne Rückfrage geleert. Will man die Leerung also auslassen, sollte man die Tonne möglichst weit auf das Grundstück ziehen. Wo das nicht geht, muss man sich anders behelfen. Ganz Clevere haben schon einen Stein auf den Deckel der Mülltonne gelegt. Das signalisiert dem Müllwerker eindeutig: Nein, heute nicht leeren. Es geht natürlich auch anders, beispielsweise mit einem gut lesbaren Hinweiszettel, den man an die Tonne hängt.

Wie behalte ich den Überblick über die Leerungen meiner Tonnen?

Die in Anspruch genommenen Leerungen Ihrer Restabfall- und Biotonne sind immer auf dem Gebührenbescheid abgedruckt.

Um während des Jahres nicht den Überblick zu verlieren, empfiehlt sich unsere kostenlose abfallwelt-App. Hier können Sie mit einem Klick vermerken, ob die Tonne zu einem bestimmten Abfuhrtermin geleert wurde. Ihre Leerungen können Sie natürlich auch auf unserem Abfuhrkalender anstreichen. Außerdem kann der Grundstückseigentümer jederzeit ein Leerungsprotokoll bei uns anfordern. Ein Anruf genügt.

Was hat es mit dem Aufkleber auf sich, der am Rand der Mülltonne klebt?

Dieser Barcode-Aufkleber hat mit der Zählung der Leerungen rein gar nichts zu tun.

Er erleichtert lediglich unserem Behälterservice die Arbeit, wenn Mülltonnen ausgeliefert, umgetauscht oder abgeholt werden soll. Auf dem Aufkleber sind u.a. die Behälternummer und die Grundstücksanschrift vermerkt.

Der Barcode-Aufkleber am Rand der Tonne löst sich ab. Bekomme ich einen neuen?

Nein, abgelöste oder beschädigte Barcode-Aufkleber tauschen wir nicht aus.

Der Aufkleber hat nichts mit der Erfassung der Leerungen zu tun, sondern ist nur eine Hilfe bei der Tonnenauslieferung. Die Behälternummer, die auf dem Aufkleber steht, finden Sie auch auf Ihrem Gebührenbescheid.

Im Zusammenhang mit dem Ident-System ist von Verheiratung die Rede. Was hat es damit auf sich?

Die «Verheiratung»

  • Alle Rest- und Bioabfallbehälter sind mit einem Transponder ausgestattet.
  • Werden für ein Grundstück neue Abfallbehälter bestellt, erhält jeder Behälter zunächst eine eindeutige Behälternummer. Das erledigt eine moderne Software im Landratsamt.
  • Nun folgt die so genannte Verheiratung: Die Behälternummer wird mit der Transpondernummer elektronisch verknüpft. Der Abfallbehälter kann damit nun eindeutig einem Grundstück zugeordnet und identifiziert werden.
  • Noch den Barcode-Aufkleber angebracht, dann ist der Abfallbehälter bereit für die Auslieferung.

Die «Scheidung»

  • Wird ein Abfallbehälter abgemeldet, kommt es zur Scheidung.
  • Der Behälter wandert zurück ins Lager. Dort wird die Verknüpfung zwischen Behälter- und Transpondernummer gelöscht; die Aufkleber werden entfernt. Der Behälter ist nun nicht mehr dem alten Grundstück zugeordnet, an dem er bisher stand.
  • Wird der Behälter wieder benötigt, beginnt das Spiel von Neuem. Er bekommt eine neue Behälternummer, die wiederum mit der Transpondernummer verheiratet wird. Nun ist der Behälter einem anderen Anwesen zugeordnet. Fehlt noch der neue Barcode-Aufkleber und der Abfallbehälter kann wieder auf die Reise gehen.

Weitere Informationen zum Ident-System und dem dahinterstehenden Abfallwirtschaftskonzept können Sie im DownloadCenter herunterladen.

Ihre Ansprechpartner

Gabriele Richmond

Landratsamt Kitzingen


Kommunale Abfallwirtschaft Sachbearbeiterin Gebühren

Kaiserstraße 4
97318 Kitzingen

1.13.14

+49 (9321) 928-1202

+49 (9321) 928-1299

www.abfallwelt.de

Nicole Ruß

Landratsamt Kitzingen


Kommunale Abfallwirtschaft Sachbearbeiterin Gebühren

Kaiserstraße 4
97318 Kitzingen

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+49 (9321) 928-1203

+49 (9321) 928-1299

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